Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 29. Dezember 2019 14:28
Veröffentlicht: Samstag, 23. Januar 2016 19:04
Geschrieben von Thomas Segeth
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 Die jüngere Geschichte der Fredersdorfer Wassermühle

Am Dienstag, den 15. Mai 1928 heiratete die Eigentümerin Wilhelmina Anna Franz (*31.08.1903 + ) den Müllermeister Fritz Frohnsdorf ( * 20.08.1889 *+ dd.mm.jjjj) in Fredersdorf.

In einer Müllerfamilie musste jede gesunde Hand helfen, für die Töchter Elsa und Magdalena eine Herausforderung und nicht unbedingt der Lebenstraum der beiden jungen Frauen.

Die 1.Tochter Elsa Frohnsdorf (*17.05.1929 +20.07.2012) erlernte den Beruf einer Haushälterin, sie heiratet Reinhard Prinz senior. Das junge Paar verlässt die Mühle und gründete in Fredersdorf ihre eigene Familie.

Die 2. Tochter Anna Luise Magdalena Frohnsdorf ( *09.08.1931 +02.06.2018 ) wird Geflügelzüchterin, sie hat viel bei Ihrem Vater, den Müllermeister Fritz Frohnsdorf, gelernt, sie wird später einmal die Mühle übernehmen.

Am 01 .März 1956 heiratet Magdalena Frohnsdorf (25) den Landwirt Friedrich Walter Siebert (30) (*25.05.1926 +02.05.2008). Am 29. November 1956 bekommt Magdalena ihren 1. Sohn. In alter Tradition wurde der erst geborene Sohn nach dem Vater Walter benannt, es folgen die Söhne Jürgen (*02.03.1958) und der jüngste Sohn Fritz-Gerald (*25.03.1963 +07.07.2006) .

Es werden keine einfachen Jahre in der Mühle. Das in der DDR herrschende System der sozialistischen Planwirtschaft erschwerte bzw. verhinderte privatwirtschaftliche und unternehmerische Initiativen. 1973 verstarb im Alter von 75 Jahren der alte Müllermeister Fritz Frohnsdorf. Bis zu diesem Zeitpunkt haben Anna und Fritz Frohnsdorf gemeinsam die Mühle betrieben. Für die umliegenden Bäckereien wurde Getreide, hauptsächlich Roggen gemahlen, an guten Tagen bis zu 2 Tonnen pro Tag.

Der 1956 geborenen 1. Sohn von Magdalena, Walter war 1973 erst 17 Jahre jung und konnte noch nicht in die Fußstapfen seines verstorbenen Großvaters treten. Großvater und Enkelsohn hatten wahrscheinlich ein gutes Verhältnis und somit erlernte der Enkelsohn Walter Siebert junior (*29.11.1956 +26.09.2019) das Müllerhandwerk und anschließend studierte er Getreidewirtschaft, ideale Voraussetzungen um eine Mühle zu betreiben. Zu Zeiten der DDR waren privatwirtschaftlich betriebene Mühlen nicht gerne gesehen, also musste Walter Siebert junior im Auftrag der LPG Fredersdorf Getreide mahlen. Während seiner Ausbildungszeit, von 1973 bis 1980 war seine Mutter Magdalena Siebert die Chefin der Fredersdorfer Wassermühle. Sie war keine gelernte Müllerin, sondern Geflügelzüchterin und hatte in ihrem bisherigen Leben alles über das Müllerhandwerk von Ihrem Vater gelernt.

Von 1980 bis 1994 hat Walter Siebert Junior die Fredersdorfer Wassermühle im Nebenerwerb betrieben. 1986 heiratet Walter Siebert, Heidrun Walter. Nach schweren Jahren für die Mühle in der Planwirtschaft der DDR, kam mit der Wende die Marktwirtschaft. In 40 Jahren DDR war es nahe zu unmöglich einen privatwirtschaftlich betriebene Mühle auf den neusten Stand der Technik zu halten und somit war es eine folgerichtige Entscheidung den Mühlenbetrieb einzustellen. Was nun? …