Zuletzt aktualisiert: Freitag, 10. Mai 2019 16:23
Veröffentlicht: Sonntag, 28. April 2019 18:11
Geschrieben von Thomas Segeth
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Uferbefestigung am Umflutgraben im Frühjahr 2019

Unsere Mühle befindet sich am südlichen Zipfel der Belziger Landschaftswiesen. Die Wiesen sind 7.600 Hektar groß und davon sind fast 4.500 Hektar als Naturschutzgebiet deklariert. In den Wiesen gibt es keine Ortschaften, Strassen, Bahntrassen, Gewerbegebiete, Solar-, oder Windparks.
Anliegende Agragenossenschaften und Bauern dürfen hier Land- bzw, Viehwirtschaft betreiben, wenn sie sich den Anforderungen des Naturschutzes anpassen. Hier gibt es viele Tiere zum Beispiel Hasen, Füchse, Waschbären, Biber, Störche, Reiher, Großtrappen, Wildschweine, Rotwild, Damwild und natürlich streifen auch Wölfe durch die Wiesen und in den Gewässern gibt auch Fische und einen Krebs habe ich auch schon gesehen.

Wer, wie wir, hier am Rand eines solchen Naturschutzgebietes lebt, wird zwangsläufig mit der Natur konfrontiert und muss sich mit der Natur arrangieren. Vor allem wenn zu unsere Mühle nicht  nur Gebäude, sondern auch Wald, Acker, Wiesen und Wasser gehören. Ja auch Wasser und zwar Teile des Fredersdorfer Baches an dem unsere Wassermühle steht und der künstlich angelegte Umflutgraben.

Beide Bachläufe teilen das Mühlengrundstück in drei Teile. Der nördliche Teil wird im Norden von Nachbargrundstücken begrenzt und vom Umflutgraben. Eine Stahlbrücke verbindet diesen kleinsten nördlichen Teil mit der unbebauten Mühlenwiese. Die Mühlenwiese ist nicht nur Wiese, hier steht unser großer Wallnussbaum und eine Vielzahl von Obstbäumen, wie z.B. Pflaumen-, Kirsch- und Äpfelbäume, im Frühling blühen hier hunderte von Osterglocken. Die Mühlenwiese wird im Osten von dem Fredersdorfer Bach begrenzt, drei Brücken verbinden die Mühlenwiese mit dem Mühlengarten und den eigentlichen Mühlengebäuden.

Wir leben also sehr mit und in der Natur. In den vergangenen Monaten beobachteten wir, wie an einigen Stellen des Umflutgrabens sich der Verlauf der Uferzone veränderte. Der Bach wurde immer breiter und der Uferstreifen näherte sich unseren Apfelbäumen auf knappe 1,5m.  Natürlich vermuten wir, das hier ein Biber oder Waschbär am werkeln ist und in der Uferzone besonders leckere Wurzeln oder Würmern findet. Wir machten uns Gedanken wie wir den "Landraub" stoppen können. Der neu freigelegte Uferstreifen ist an bestimmten Stellen wo der "Landräuber" "gearbeitet" hat, mit Steinen "gepflastert". Die Steine sind eine Mischung aus Natursteinen und alten Ziegeln. Diese Tatsache lässt uns vermuten, dass der alte Müller, Walter Siebert sen., vor Jahren auch schon gegen die "Landräuber" gekämpft hat. Er hat mit Steinen das Ufer befestigt und den Landraub beendet. Mit den Jahren wuchs Gras über die Sache, ach ne über die Steine und nun kamen vermutlich die Enkel der damaligen Landräuber und fingen wieder an, die Uferzone nach Leckereien zu durchsuchen.

Lange Rede kurzer Sinne, wir wollten uns den "verlorenen" Uferstreifen wieder zurück holen. Ostern 2019 haben wir mit vereinten Kräften der Siebert'schen Familie den Uferstreifen wieder befestigt.

Liebe Dankesgrüße gehen nach Berlin und München,
von dort kam echte tatkräftige Hilfe, ohne diese hätten wir unser Bauvorhaben nicht in so kurzer Zeit umsetzen können

Vielen Dank an Alle smile